Über die Latinale

Die Latinale ist eine der wichtigsten europäischen Plattformen für aktuelle lateinamerikanische und karibische Poesie. Von Rike Bolte und Timo Berger gegründet und kuratiert, wird das Festival vom spanischen Kulturinstitut Instituto Cervantes Berlin ausgerichtet. Das Festival präsentiert poetische Schreibweisen von Autor:innen aus Lateinamerika, der Karibik und der Diaspora, die bereits durch Veröffentlichungen und Preise aufgefallen, in Deutschland jedoch weitgehend unbekannt sind. Jedes Jahr veranstaltet die Latinale Lesungen, Gespräche und Performances in Berlin und anderen deutschen Städten. Seit 2012 wird das Festival durch das Projekt latinale.academica an der Universität Osnabrück literaturwissenschaftlich begleitet und seit 2019 gibt es das Schwesterfestival Latinale Sur im chilenischen Concepción. 

Seit ihren Anfängen im Jahr 2006 wurden mehr als 150 Dichter:innen auf unterschiedlichsten Bühnen in ganz Deutschland vorgestellt. Die Latinale leistet damit einen wichtigen Beitrag, lateinamerikanische Poesie im deutschsprachigen Raum zu verbreiten. Erste Auftritte hatten hier Mayra Santos-Febres (Puerto Rico), Julián Herbert (Mexico), Frank Báez (Dominikanische Republik), Fabián Casas (Argentinien), Domingo de Ramos (Peru) oder Elvira Hernández (Chile). Für viele Gäste bedeutet die Latinale den Startschuss für weitere Festivaleinladungen, Übersetzungen und Stipendien. Beispiele dafür sind die Residenzen des Berliner Künstlerprogramms des DAAD für Luis Chaves aus Costa Rica (2015), den argentinischen Autor Sergio Raimondi (2018) oder Angélica Freitas aus Brasilien (2020) sowie die Teilnahme von Yanko González aus Chile bei der digitalen Eröffnungsveranstaltung „Weltklang“ des Berliner Poesiefestivals 2020.

Die Latinale setzt auf verschiedene Formate: Lesungen, Interventionen im öffentlichen Raum, akademische Kolloquien, öffentliche Übersetzungsworkshops sowie Seminare mit Studierenden und Schüler:innen, Podiumsgespräche und interkulturelle Begegnungen mit deutschsprachigen Autor:innen; dazu gehören Monika Rinck, Björn Kuhligk, Uljana Wolf, Jan Wagner, Adrian Kasnitz, Tom Schulz und Ann Cotten. Ab dem Jahr 2020 kamen das digitale Format von Lesungen im Livestream und im Radio aus den verschiedensten Ländern mit einem weltweiten Publikum hinzu.

Das Festival wurde durch die Kulturstiftung des Bundes, den Hauptstadtkulturfonds, die Senatsverwaltung für Kultur Berlin und aktuell durch das Ibero-Amerikanische Institut Berlin, das Goethe-Institut, die Stadt Osnabrück, die Berliner Bezirksbibliotheken und Botschaften lateinamerikanischer Länder unterstützt. Latinale.académica und Latinale Sur sind durch die dauerhaften Kooperationen mit dem Literaturbüro Westniedersachsen und der Universität Osnabrück sowie dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) möglich geworden. 

Latinale setzt einen Fokus auf die Kunst des poetischen Übersetzens, denn für viele Autor:innen bedeutet es eine erstmalige Übertragung ihrer Texte ins Deutsche oder überhaupt in eine andere Sprache. So ist ein lebendiges und weiterhin anwachsendes Archiv mit mehr als eintausend Gedichtübersetzungen aus dem Spanischen, Portugiesischen und anderssprachigen poetischen Texten entstanden, die von professionellen literarischen Übersetzer:innen exklusiv für die Latinale angefertigt wurden.

Die Festivalausgabe 2021 feiert die Übersetzungskunst mit dem vom Deutschen Übersetzerfonds (DÜF) geförderten Schwerpunkt Translator’s Choice!

 

 

 

Das Team

Die beiden Kurator:innen Rike Bolte und Timo Berger vereinen in ihrer Teamarbeit die Liebe und weitreichende Kenntnis von Poesie, literaturwissenschaftliche Expertise und ausgewiesene Übersetzungsfähigkeiten. Zudem stehen sie mit so vielen lateinamerikanischen Dichter:innen in professionellem, persönlichem und freundschaftlichem Austausch, dass sie sich in der Literaturszene des Kontinents wie zwei Fische im Wasser bewegen. Stadtbekannt. Kontinentbekannt.

Alina Neumeyer hat die titanische Aufgabe übernommen, den Schwerpunkt Translator´s Choice der 15. Ausgabe der Latinale zu koordinieren. Diese Webseite sowie eine zweisprachige Anthologie sind Teil des Projekts. Zudem übersetzt und moderiert Alina regelmäβig für die Latinale. 

Betty Konschake, die maβgeblich diese Webseite mit Inhalten befüllt hat, ist stets bereit, wann immer es Unterstützung, Betreuung oder einer kurzfristigen Besorgung bedarf. Sie kümmert sich seit 2017 mit Leidenschaft und Freude an den umherreisenden Sprachvarietäten um die Gäste während ihres Aufenthalts in Berlin, wo sie selbst 1992 geboren wurde und heutzutage am Instituto Cervantes arbeitet.

Auch Zoé Sánchez zeichnet für die Einpflege von Inhalten auf latinale.org verantwortlich. Sie behält den Blick von auβen auf das organisatorische Geschehen des Festivals und entknotet damit so manches Wirrwarr. Zoé koordiniert die Besuche der Dichter:innen in der Latinale-Dependance Osnabrück.

Laura Haber koordiniert den Übersetzungsworkshop in der Pablo-Neruda-Bibliothek. Zudem lektoriert sie regelmäβig Texte und moderiert die eine oder andere Veranstaltung. 2017 organisierte Laura die Veranstaltungen der Latinale in München. Sie gehört zum festen Stamm der Latinale-Übersetzer:innen.  

Romy Brühwiler, Kulturreferentin am Instituto Cervantes Berlin, hält seit 2008 die organisatorischen Fäden des Festivals in der Hand. Gelegentlich widmet sie sich auch der schöngeistigeren Aufgabe des Übersetzens.